Stefanie Fröhlich stellt sich vor

StefanieIch heiße Steffi Fröhlich bin am 04.09.78 geboren, also heute 37 Jahre alt. Geboren wurde ich in Berlin, habe heute selbst zwei Kinder und bin seit März 2012 zum zweiten Mal verheiratet. Seit 9 Jahren bin ich als Friseurmeisterin mit meinem eigenen Laden selbstständig. Bis zum 04.09.2013 habe ich ein ganz normales Leben geführt mit allen Höhen und Tiefen, die das Leben so mit sich bringt.

Krebs war in unserer Familie schon immer ein Thema. Meine Mutter und vier ihrer Schwestern sind mehrfach an Brustkrebs erkrankt. Irgendwann kam man dahinter, dass alle einen BRCA 1 Gen Defekt haben. Wer wollte, konnte sich somit darauf testen lassen und siehe da, zwei meiner Cousinen und ich haben es geerbt. Naja – schlechte Zähne, ein Muttermal oder zwei unterschiedlich große Brüste hätten es auch getan. Aber nein, es musste die Aussicht auf Krebs sein.

Auch mit dem Bewusstsein ein extrem hohes Risiko zu haben, an Brustkrebs zu erkranken, habe ich in meinem Leben nicht wirklich etwas getan, um es zu verhindern. Ich habe mir nicht vorsorglich die Brüste entfernen lassen und bei Vorsorgeuntersuchungen war ich immer tiefenentspannt, denn Krebs bekommen ja immer nur die anderen. Ich war mir sicher, dass es mich nie treffen wird. Über Ernährung habe ich mir auch keine Gedanken gemacht. Sehr lange Zeit gab es zum Frühstück eine Zigarette und einen Kaffee. Und wenn ich mal nicht dabei war, irgendwelchen kuriosen Diäten hinterher zu hungern, gab es oft Fast Food oder eben irgendetwas was schnell ging, zum Beispiel Nudeln mit Sahnesauce, Nudeln mit Tomatensauce, Nudeln mit Pesto und um etwas Abwechslung in den Speiseplan zu bringen öfter mal eine Fertigpizza. Gemüse gab es nur, wenn ich es so tot gekocht und mit Geschmacksverstärkern wieder aufgepeppt habe, dass es nach allem geschmeckt hat, nur nicht mehr nach dem, was es wirklich war. Obst gab es auch eher selten, da meine Kinder alles geschält oder entsteint haben wollten, aber wer bitte hat Lust, nach 12 Stunden Arbeit noch die Haut von der Traube zu schälen und dann noch akribisch im klebrigen Rest nach den Steine zu suchen??? Mein Sohn war sogar der Meinung, dass Äpfel im Supermarktregal wachsen. Sehr peinlich.

Ich war sogar der Meinung, dass man mit synthetischen Vitaminen alles abdeckt, was der Körper braucht ,also gab es das Zeug regelmäßig in hohen Dosen, was den Apotheker meines Vertrauens immer gefreut und mir ein super gutes gesundes Gefühl gegeben hat. Und dann ist da noch die Sache mit „dem BIO“. Wenn ich an BIO gedacht habe, gab es in meiner Vorstellung nur grauhaarige Frauen in selbstgestrickten Klamotten, die sich mit Kernseife waschen und sich nur von Rohkost und Körnern ernähren. Natürlich in Bioqualität. Ich war davon überzeugt, dass es nichts gibt, was eine Krebserkrankung verhindern könnte, bis ich am 04.09.13 an meinem 37 Geburtstag die Diagnose „Tripple negativen Brustkrebs mit Metastasen in den Lymphknoten“ bekommen habe und zwischen Chemotherapie , Bestrahlung und Brustamputation in die Welt von ketogener Ernährung, Nahrungsergänzung, grüne Smoothies und Bio eingetaucht bin.

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Stefanie Fröhlich
Stefanie Fröhlich ist selbst an Brustkrebs erkrankt und versucht sich seit einiger Zeit kohlenhydratarm zu ernähren. Dies allerdings, ist im Alltag nicht immer einfach, da ihre zwei Kinder und ihr Mann auch gerne Mal Pasta, Brot und Co. essen.
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