„AUSZEIT“

Ciao!

Heute begrüße ich mal alle ganz herzlich auf Italienisch – nicht dass ich die Sprache wirklich beherrschen würde. Ich habe mir lediglich in Apulien / Italien etwas erlaubt: und zwar eine AUSZEIT!!!

Jeder, der in irgendeiner Weise eine zehrende Krankheit erlebt hat oder noch mit dieser zu tun hat, kennt dieses Gefühl: die „Akkus“ entladen sich schneller und lassen sich zu allem Überfluss auch noch wesentlich langsamer aufladen, als dies bei gesunden Menschen der Fall ist.
BaumDummerweise sind unser Umfeld und insbesondere
unsere Arbeitswelt so strukturiert, dass wir alle gut
„funktionieren“ müssen und solche „Akku-
Insuffizienzen“ nicht sonderlich gut toleriert werden.

Auch innerhalb der Familie ist der Ausfall einer
„Arbeitskraft“ oft ein finanzielles Problem und häufig
auch noch ein logistisches Problem im Umgang mit
den Terminen der Kinder usw.

Darum habe ich das gemacht, was ich jedem nur ans Herz legen kann:
Ich habe mir eine AUSZEIT genommen!!!

 

Mein Start in einem Café

In Italien angekommen, setzte ich mich erst einmal in ein Straßen-Café und bestellte mir früh morgens um 11:45 Uhr (J) einen leckeren Cappuccino. Sprachbegabt wie ich nun mal bin, stammelte ich einige Worte und der Kellner ging zielgerichtet an eine Maschine, die dampfte und zischte.

ApulienUm einen herum knatterten lautstark mit ca.
500 Dezibel  diverse Motorrad ähnliche Vehikel.
Ich habe diese nie gesehen, weil die so schnell
an einem vorbeizogen und dabei schwarze
Rauchwolken hinterließen. Der Lärm war so
betäubend,dass ich meinen eigenen Tinnitus
bis heute nicht mehr wahrnehmen kann…ich
fühle mich geheilt!

Plötzlich steht eine heiße Tasse mit einem dampfenden Getränk auf meinem Tisch. Ich konnte den Kellner nicht wahrnehmen, da er in einer schwarzen Abgaswolke quasi unsichtbar war. Leider hat mir der Kellner dann eine heiße Schokolade gebracht, keinen Cappuccino. Vermutlich ist mein italienisch weit schlechter als ich dachte…

Ich fischte anschließend gutgelaunt die Rechnung aus meiner Tasse heraus, die durch den Wind der Motorradroller in meinem Kakao flog und erfreute mich an dem ausgesprochen günstigen Preis – 80 Cent!

Wie aus dem nichts schoß schließlich ein Reinigungswagen quer durch das Café und wühlte mit rollenden Bürsten den gesamten Dreck der Straße von links nach rechts….

Leider saß ich rechts!!

Reflexartig schützte ich meinen Kakao, dieser blieb wie durch ein Wunder nahezu unbeschadet. Bis auf die Rechnung, die abermals in meiner Tasse gelandet ist. Ich zog diese mit den Fingern wieder heraus und freute mich erneut über den günstigen Preis!

Für einen kurzen Moment war alles ruhig!

Ein lauer Wind trug den Duft des Cappuccinos, den der Herr neben mir richtigerweise bestellt hat, in meine Nase (ich überlegte, ob ich vielleicht die nächste schwarze Motorroller-Wolke nutzen könnte, um seinen Cappuccino gegen meinen Kakao auszutauschen – ich verwarf den Gedanken schnell als ich sah, wie er mit den Fingern die Rechnung aus seiner Tasse fischte…).

 

La Dolce Vita – ein anderes Lebensgefühl

MeerDer warme und salzige Duft des Meeres mischte sich
mit dem würzigen und feuchten Duft der Olivenbäume,
die hier außergewöhnlich zahlreich wachsen. Dazu
kamen die Düfte der Parfüms der jungen Damen und
die herben Aftershaves der Herren, die den Damen
hinterherliefen. Gestört wurden diese Empfindungen
nur durch die eine oder andere Abgas-Wolke
…und zwar laut!!

Trotz aller Hektik und dem Lärm vermittelten die Menschen hier auf eine gewisse Art und Weise Ruhe und Gelassenheit. Die Menschen hier unterhalten sich – und wenn ich sage „unterhalten sich“ – dann meine ich, sie führten Gespräche, die teilweise über drei Häuserblöcke hinweg stattfanden. Manche telefonierten sogar dabei und verursachten gleichzeitig große laute schwarze Rauchwolken!! Dennoch schienen die Menschen hier wesentlich glücklicher als die Menschen in Deutschland.

 

„Ruhe“ auf Italienisch

Sehr beeindruckt stand ich auf. Der Kellner saß an einem Tisch und trank einen Kaffee. Ich legte meine Rechnung in seinen Kaffee, weil ich den Eindruck hatte, dass man das hier so macht, zahlte und freute mich nochmals über den günstigen Preis.

Ich beschloss: Morgen komme ich wieder hierher!!! Wo sonst findet man so eine Ruhe?! Und dann bestelle ich einen Cappuccino…natürlich LOW CARB…und genieße meine…

…AUSZEIT!!!

Ciao!

Ihr César Schuldt

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César Schuldt
César Schuldt bringt einen breiten Erfahrungshintergrund zum Thema Ernährung / medizinische Ernährung mit. Er ist vor vielen Jahren selbst einmal schwer erkrankt und hat diese einschneidende Erfahrung zum Anlass genommen, sein Leben neu zu überdenken.
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