Sport bei Krebs

Meine Erfahrung mit Sport bei Krebs

Bereits vor meiner Erkrankung habe ich regelmäßig Ausdauersport gemacht. Ich ging 4-mal in der Woche ca. 10 km laufen und habe noch kurz nach meiner Diagnose an einem Staffellauf teilgenommen. Ich bin der Überzeugung, dass ich ohne die sportliche Fitness meine Krankheit weitaus weniger gut überstanden hätte!

Die Phase während meiner Krebserkrankung

Während meiner Krebserkrankung war ich lange Zeit nicht mehr in der Lage, mich sportlich zu betätigen. Ich hatte Schmerzen im ganzen Körper und eine sehr ausgeprägte Polyneuropathie. Ausdauersport wurde uns in der Klinik in Heidelberg während der Chemo untersagt, da es zu schlimmen Nervenschädigungen kommen könnte. Nach der Chemo fiel ich in mein erstes tiefes Loch. Ich kam immer schlechter mit der Krankheit klar und wurde immer unzufriedener, weil ich körperlich ständig kraft- und energieloser wurde. Meine Füße spürte ich kaum noch und die Muskelschmerzen machten mich immer bewegungsunfähiger.

Der erste Spaziergang

Mein Arzt animierte mich damals, wenigstens kleine Spaziergänge zu machen und wieder am Leben teilzunehmen. Ich sollte wieder lernen, Dinge außerhalb meiner Krankheit wahrzunehmen und mich daran zu erfreuen. Ich kaufte mir also Walkingstöcke und ging fast täglich eine Runde durch unseren Ort oder mit einer Freundin durch den Wald. Es war ein unsagbar befreiendes Gefühl! Ich erfreute mich an der Natur. Ich sog Gerüche und die Natur in mich auf und fühlte mich immer besser. Ich lief jeden Tag ein wenig mehr, so wie es mein Körper zuließ. Bald merkte ich, dass meine körperlichen Schmerzen weniger wurden und auch meine Füße bekamen wieder Gefühle. Erstaunlicherweise verbesserten sich sogar meine Blutwerte. Und das wichtigste war, dass ich in dieser Zeit nicht oder positiver an meine Krankheit gedacht habe!

Ausdauersport nach Therapie Abschluß

laufbandNach Abschluss meiner Therapie fing ich wieder mit
Ausdauersport an. Laufen oder Rad fahren im Fitness-
studio oder in der freien Natur erfüllten mich mit
Glücksgefühlen. Ich mag das Gefühl, völlig verschwitzt
etwas für meinen Körper getan zu haben. Aber vor
allem liebe ich das Gefühl, den Kopf frei zu bekommen.
Vielleicht verbinde ich es damit, der Krankheit „Krebs“
davonzulaufen oder zufahren. Zusätzlich habe ich mir
einen Fitnessplan für die Geräte erstellen lassen, um
gezielt geschwächte Muskeln wieder aufzubauen –
insbesondere die Rückenmuskulatur zu stabilisieren.
Für das freie Training braucht man noch nicht einmal
ein Fitnessstudio, sondern kann die Übungen mit ein
paar Hanteln ganz leicht zu Hause machen.

strechingZusätzlich mache ich Pilates, soweit es die Übungen
zulassen und bei mir keine Schmerzen verursachen.
Somit werden auch Muskeln oder Faszien beansprucht,
die beim restlichen Training zu kurz kommen. Am
allerliebsten nehme ich an der Rückenschule teil.
Ich habe immer viel zu lachen, wenn ich im Kreise der
trainierten Rentner als erstes erschöpft auf der Matte
liege, während alle anderen tapfer die Übungen bewältigen.

 

Mein Trainingsprogramm kostet Zeit!

Mein Trainingsprogramm nimmt sehr viel Zeit in Anspruch, aber es ist das Wichtigste für mich, um meinen Körper und meinen Geist fit und gesund zu erhalten. Natürlich habe ich auch Zeiten, in denen ich mich zum Sport nicht motivieren kann. Gerade als Folge der Fatique fühle ich mich oft sehr erschöpft und müde. Aber auch diese Zeit gönne ich meinem Körper. Hinter allem sollte kein „MUSS“ stehen, denn sonst wirkt es sich negativ aus, egal was man tut.

radMein persönliches Highlight ist nach dem Sport ein
Sauna-Gang. Zwar habe ich starke Schmerzen in den
Füssen und muss sie durch ein kaltes Tuch abdecken,
aber danach fühle ich mich wie neu geboren und
aktiviere zusätzlich mein Immunsystem. Da es
anfänglich hieß, ich dürfe keine Sauna mehr machen,
kaufte ich mir für zu Hause eine Wärmekabine. Die
Infrarotstrahlung und Tiefenwärme hilft mir besonders
bei Muskel und Knochenschmerzen. 

Fazit: Krebs, Sport und Ernährung 

Mein persönliches Fazit ist, dass ein gesundes Maß an Sport und die richtige Ernährung – vor allem der Verzicht auf Zucker – ausschlaggebend für unsere Gesundheit und Wohlbefinden sind. Jeder kann aktiv dazu beitragen, auf seinen Körper zu achten. Und das nicht nur bei Krebs, sondern auch vielen anderen Krankheiten!

„ Wer nicht jeden Tag etwas Zeit für seine Gesundheit aufbringt, muss eines Tages sehr viel Zeit für die Krankheit opfern.“

(Sebastian Kneipp)

Eure Stefanie Fröhlich

Autor

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Stefanie Fröhlich
Stefanie Fröhlich ist selbst an Brustkrebs erkrankt und versucht sich seit einiger Zeit kohlenhydratarm zu ernähren. Dies allerdings, ist im Alltag nicht immer einfach, da ihre zwei Kinder und ihr Mann auch gerne Mal Pasta, Brot und Co. essen.
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